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Wir sind Vizeweltmeister- Jungzüchter-WM 2011 in Frankreich

Nach dem Sieg beim Bundes-Jungzüchterwettbewerb in Schleswig-Holstein konnten die Jungzüchter aus Brandenburg-Anhalt auch den Vizemeistertitel erringen. Bei den Jungzüchter-Weltmeisterschaften, die vom 22.-24. Juli im französischen Chazey-sur-Ain, in der Nähe von Lyon, stattfanden, gingen 20 Teams aus Europa (Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Niederlande, Österreich, Schweden, Slowenien) und Amerika (Kanada, USA) an den Start, für Deutschland starteten Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg-Anhalt, Hannover, Holstein, Sachsen-Thüringen, Trakehner und Westfalen. Ausrichter war der französische Verband ANSF.

 

In der Teamwertung der AK I (16 bis 19 Jahre) konnte unsere Mannschaft mit Hanna Edler, Niklas Eberhardt, Teresa Jürges die Bronzemedaille hinter Baden-Württemberg und  Holstein erringen. Dieses tolle Ergebnis gelang auch bei den Älteren (20 bis 25 Jahre), mit Viktoria Herzog, Lisa und Sophie Wachtel holte unser Team nach Sachsen-Thüringen und Holstein die meisten Punkte.

 

Für die Gesamtwertung der Mannschaften bedeutete diese ausgeglichene Teamleistung die Silbermedaille - ein riesen Triumpf! Den Sieg holte Holstein, auf Platz 3 landete Baden-Württemberg.

 

Leider war die Siegerehrung, die sich aufgrund von Problemen in der Rechenstelle und die notwendige Kontrolle der Ergebnisse am Samstag bis fast nach Mitternacht verschob, ein absolutes „no go“. Anlässlich der offiziellen Siegerehrung wurde unsere Mannschaft als Weltmeister und Irland als Vizemeister geehrt.

Diese Freude wurde dann 32 Stunden später getrübt, als am Montagmorgen bei der Abfahrt der Busse – einige Mannschaften waren bereits abgereist, mitgeteilt wurde, dass es eine Reihe von Auswertungsfehlern gibt und der Sieg nach Holstein geht und Irland nicht in den Medaillenrängen ist. Auch war es den Organisatoren erst jetzt möglich die Einzelweltmeister Jana Rehder (Holstein) und Anna Maria Deparade (Sachsen-Thüringen) zu benennen.

 

Da es eine Reihe weiterer Auswertungsfehler gab, die die Gesamtplatzierung noch einmal veränderten, stand das endgültige Ergebnis erst kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe am 18. August fest.

 

 

Unsere Mannschaft mit den Betreuern Jörg Kotenbeutel und David Bahnemann reiste gemeinsam mit den Teams aus Sachsen-Thüringen und Baden-Württemberg

wie die meisten Verbände, schon am Donnerstag, dem 21.7. gemeinsam im großen Reisebus an und versuchten, wie die anderen auch, in einer Regenpause ihre Zelte im großen Jungzüchtercamp im „Parc du Cheval“ aufzubauen.

 

Der Wettbewerb begann offiziell am Freitagmittag mit der ersten Disziplin: Theorie. Um gleiche Voraussetzungen für alle Teilnehmer zu schaffen, wurde im Vorfeld ein 70-seitiger Katalog in englischer Sprache verfasst, aus dem dann 20 Fragen beantwortet werden mussten. Um nicht schon am Anfang Punkte zu verschenken, hieß es also für alle Starter fleißig lernen – Hanna, Niklas, Lisa und Viktoria beantworten alle Fragen korrekt (100%).

 

Um in der Gesamtwertung vorn zu sein, war es nun wichtiger denn je, auch in den anderen Disziplinen volle Leistung zu bringen. Direkt im Anschluss an die Theorie fand das Beurteilen im Freispringen und Freilaufen statt. Anders als man es hier gewohnt ist, hatten alle Pferde genau die selben Anforderungen zu erfüllen, von der Freispringcrew wurde nur wenig individuell auf das einzelne Pferd eingegangen und besonders das Vermögen einiger Pferde konnte so nicht ausgereizt werden.

Eine echte Herausforderung für die Teilnehmer

Interessant war aber mit wie viel Ruhe und Übersicht das Freispringteam agierte.

Mit 85,5% konnten sich hier Hanna Edler und Lisa Wachtel mit am besten behaupten.

Am Vormittag standen gleich 2 Wettbewerbe auf dem Programm. Zunächst begann die jüngere Gruppe mit dem Sonderwettbewerb „Preparing of mares“, bei dem jedes Team ein Pferd für die Vorstellung fertig machen muss. 45 Minuten lang wurde fleißig geputzt, geflochten, gesprüht und gebürstet, anschließend bewerteten die Richter das Ergebnis.

 

Währenddessen fand für die ältere Gruppe die Exterieurbeurteilung statt. Ähnlich wie beim Freispringen war auch hier die Vorbeurteilung durch die Richter eher ungewohnt streng für die deutschen Teams. Die Notenskala reichte hier zwischen 5,0 und nur in einem Fall die Note 8. Bester Teilnehmer unserer Mannschaft war auch hier mit 84% (Platz 6) Hanna Edler.

 

Anschließend tauschten die Gruppen, d.h. die Jüngeren gingen beurteilen und die Älteren zum Pferdeputzen. Diesen Sonderpreis gewannen übrigens die Teams aus Österreich (AK I) und Hannover (AK II).

 

Die Königsdisziplin, das Vormustern, nahm den Rest des Vormittags und den Nachmittag ein. Unser Team zeigte hier, dass sie einfach Weltspitze sind.

Leider hatten wir bei Zulosen der Pferde nicht viel Glück. So hatten wir mit zweijährigen, kaum ein gemusterten Pferden und mit dem sprichwörtlichen Interieur der Selle Français große Probleme zu bewältigen, die teilweise auch Tränen in die Augen unserer Starter drückten. Besonders Lisa hatte zu kämpfen. Mit 81% (Platz 5) war hier Teresa unsere Beste.

 

Nach einer Verschnaufpause startete der frühe Abend mit einer Spaßdisziplin, dem Maskottchenwettbewerb. Hierbei hat jedes Team die Chance, sich landestypisch oder einfach einmal anders zu präsentieren. Über den Wanderpokal für die beste Präsentation konnte sich dann in diesem Jahr das Team aus Slowenien freuen.

 

Im Anschluss an den Wettbewerb nutzten wir die Möglichkeit, noch 2 Tage länger in Frankreich zu bleiben und dort verschiedene Gestüte und Ställe, die Stadt Lyon und die berühmte Abtei von Cluny, eines der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters, zu besichtigen. Am ersten Tag standen zunächst Besuche bei örtlichen Züchtern auf dem Programm. Nachmittags führte die Tour zum Stall des internationalen Reiters Michel Robert und anschließend ging es weiter nach Lyon, wo die Möglichkeit bestand selbstständig die Stadt zu erkunden. Am Montag wurden den Jungzüchter in Cluny, im dortigen Staatsgestüt, Hengste verschiedener französischer Kalt- und  Warmblutrassen präsentiert.

 

Der „Süddeutsche Meisterbus“ trat am Montagmittag die Heimreise an.

Nicht nur für die Brandenburg-Anhaltiner, sonder für alle süddeutschen Zuchtverbände war diese Weltmeisterschaft ein voller Erfolg.

Wir freuen uns auf die nächste WM – 2013 in Schweden.

 

unsere Ergebnisse im Überblick:

 

Name

Verband

Theorie

Beurt.

Freispr.

Mustern

Gesamt

JUNIOR (16 - 19 Jahre)

Niklas Eberhardt

Brand.-Anh.

100

1

83

11

85,0

26

76

11

344,0

8

Hanna Edler

Brand.-Anh.

100

1

84

6

85,5

18

73

17

342,0

9

Teresa Jürges

Brand.-Anh.

95

33

75

49

83,5

37

81

5

335,5

13

SENIOR (20 – 25 Jahre)

Viktoria Herzog

Brand.-Anh.

100

1

82

7

82,5

48

73

14

337,5

6

Lisa Wachtel

Brand.-Anh.

100

1

79

17

85,5

23

65

29

329,5

16

Sophie Wachtel

Brand.-Anh.

90

32

74

48

85,0

27

77

7

326,0

21

TEAM GESAMTWERTUNG

 

JUNIOR

SENIOR

GESAMT

Brandenburg-Anhalt

1022,0 Punkte, Platz 3

993,0 Punkte, Platz 3

2015,0 Punkte Platz 2