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Alle guten Dinge sind drei- Team Brandenburg- Anhalt ergattert dreifach Bronze!

Weltmeisterschaft der Jungzüchter vom 18.- 20. Juli im österreichischem Stadl Paura

Die Exterieurbeurteilung

Strahlen bei der Medaillienübergabe der AK I

Geteilte Freude ist einfach die schönste Freude! Bronze für Marie Jurga im Einzel!

Mit insgesamt 142 Starter 20 verschiedener Zuchtverbände aus Österreich, Frankreich, Dänemark, Schweden, Irland, USA, Canada, Niederlande, Belgien und Deutschland hatte die diesjährige WM in Stadl Paura neue Dimensionen angenommen. Auf die Reise nach Österreich schickten wir für die Junioren (AK I 16- 19 Jahre) Marie Jurga, Antonia Ritter, Lisanne Dreier und Theodor Grüber, für das Seniorteam (AK II 20- 25 Jahre) wiederum Hanna Edler, Lina Nebe, Henning Dressel und Lukas Paulix. Bereits auf der Hinreise erlebten die Jungzüchter das erste Highlight, denn der Besuch bei einer der erfolgreichsten österreichischen Dressurreiterinnen, Astrid Neumayer, auf ihrem Gestüt Pramwaldhof stand auf dem Programm. Über diesen berichten wir gesondert um alle wunderbaren Eindrücke gerecht werden zu können! Danach ging es weiter auf die Zielgerade, das Pferdezentrum Stadl Paura. Dort erwartete uns ein fulminanter und einer WM würdiger Eröffnungsabend, inklusive dem musikalisch untermalten Einzug der Nationen.

Die Party hielt sich jedoch bei unseren Teilnehmern in Grenzen, stand doch am nächsten Morgen gleich die gefürchtete Theorie als erste Teildisziplin auf dem Programm. Über 500 Fragen rund um Pferdezucht, Sport, Ernährung, Haltung sowie Sport umfasste der vorher veröffentlichte Fragenkatalog. Sonst unüblich, jedoch sind bei einer WM natürlich auch alle Fragen in englischer Sprache auch wenn die Teilnehmer überwiegend aus deutschen Zuchtverbänden stammen. Besonders fleißig zeigten sich bei dieser Disziplin Antonia Ritter und Lisanne Dreier bei der AK I und bei den älteren Hanna Edler, Lina Nebe und Lukas Paulix, welche alle 100% erreichten. Anschließend stand die Beurteilung von Pferden beim Freilaufen und Freispringen auf der Agenda, hierbei gilt es, ebenso wie bei der anschließenden Exterieurbeurteilung, so nahe wie möglich an die Beurteilung der Richter zu gelangen. Dies stellte sich in diesem Jahr als besonders schwierig heraus, denn bereits die Vorbeurteilungspferde der Richter beim Freispringen sorgten bei den Jungzüchtern gleichermaßen für Diskussionsbedarf wie auch bei den anwesenden Trainern, sodass wir den sonst üblichen Übereinstimmungen nicht gerecht werden konnten. Besser lief es dann in der Exterieurbeurteilung, dort erreichten unsere Starter Ergebnisse von mindestens 80%. Einen besonders scharfen Blick bewies hier Antonia Ritter, welche eine sensationelle Übereinstimmung von 91% erreichte und damit Platz drei in dieser Prüfung.

Danach musste je Altersklasse ein Pferd in Schaukondition herausgebracht werden. Dieser Teil des Wettbewerbes fließt nicht in die Gesamtwertung ein, sondern wird gesondert gewertet. Hier zeigten im Gegensatz zur DM die Älteren ihr Geschick, was mit einem erzielten Ergebnis von 90% honoriert wurde.

Um das letzte Eis zwischen den verschiedenen Teams zu brechen, bildete die Fun Competition den gelungenen Abschluss des ersten Wettkampftages. Bei dieser muss ein Parcours mit verschiedenen Hindernissen, ähnlich der Rallye anlässlich der Grünen Woche, mit Dingen wie Sackhüpfen, Hufeisenwurf und Eierlauf absolviert werden. Diese Strategie der Veranstalter trug sofort Früchte, sodass alle Teams gemeinsam ins Gespräch kamen und Bekanntschaften geknüpft wurden.

Der komplette Samstag stand dann im Zeichen der Königsdisziplin der Jungzüchter- dem Vormustern zugeloster Pferde auf der Dreiecksbahn. Mit den sehr ausgeglichen Pferden in Stadl Paura blickten die Teamleiter Ines Rathke und Claudia Fuchs sehr zuversichtlich in den Tag, schließlich waren unsere Jungzüchter in den letzten Wochen sehr fleißig auf den verschiedenen Zuchtschauen des Verbandes als Läufer im Einsatz und so bestens geschult um sich schnell auf fremde Pferde einzustellen. Leider gab es wie bei Weltmeisterschaften zuvor, gerade bei den ausländischen Richtern, unterschiedliche Ansichten über die korrekte Bewertung im Mustern. Zum Glück waren im Großen und Ganzen jedoch Risikofreude belohnt wurden, schließlich gilt es die Pferde wie bei einer Schau bestmöglich zu präsentieren und dies gelingt nun einmal nicht mit einer braven Trabrunde. Die Resultate hier ließen sich ebenfalls sehen- kein Ergebnis unter 83,5%, wobei Lina Nebe 92% und Henning Dressel sensationelle 93% erreichten.

 

Danach begann leider das große Warten auf die Siegerehrung welche sich um fast 4 Stunden verschob. Eine Zumutung unter der nicht nur die Starter, sondern auch die Teilnehmer des Schauprogramms, indem die Siegerehrung eingebettet war, litten. Dieser war geschmückt mit bunten Schaubildern ein Abriss der österreichischen Pferdezucht mit Österreichischen Warmblütern, Norikern und Haflingern. Schlussendlich machte sich das Warten, geschuldet der ungeübten Rechenstelle, doch noch bezahlt. Mit diversen Einzelplatzierungen erreichte das Team aus Brandenburg- Anhalt in der Gesamtwertung und das Juniorenteam in ihrer Altersklasse den Bronzerang. Da bekanntlich alle guten Dinge drei sind durften wir uns ebenfalls über Bronze von Marie Jurga in der Einzelplatzierung der Junioren freuen! Die Nase vorn hatten in diesem Jahr die Hannoveraner Jungzüchter, welche sich alle Teamsiege sichern konnten.

Der Sonntag wurde nachdem anstrengenden und anspruchsvollen Wettkampf keineswegs zum Ruhetag, so standen noch Ausflüge in der Umgebung auf dem Plan. Als erstes besuchten wir den sogenannten „Gegenzug“, eine altertümliche Transportart von Waren, bei dem Kaltblüter ein Schiff vom Land aus gegen den Strom ziehen. Fesche in Tracht gekleidete Herren empfangen uns hierfür und berichteten während der Fahrt über die Geschichte des Gegenzugs. Anschließend besuchten wir einen nahe gelegen Aktivstall, welcher überwiegend die einheimische Rasse der Noriker untergebracht hat. Am Nachmittag erkundete dann unsere Mannschaft auf eigene Faust den beliebten Touristenort Gmund am Traunsee, wo uns dann das Wetter wieder hold war.

Eine spannende Reise gespickt mit vielen neuen Erfahrungen, Eindrücken und neuen Freunden liegt nun hinter dem Team, welches sich noch einmal ausdrücklich für die Unterstützung beim Pferdezuchtverband und dem Pferdezuchtverein Planetal bedanken möchte. Letztere sponserten die neuen schicken Helme für das Vormustern, welche professionell mit dem Verbandslogo verziert wurden.

Motiviert freuen sich nun alle auf die nächste WM in 2021 im niederländischen Ermelo!