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13. Brücker Kaltblutfohlen-Championat – größter Youngstertreff

Luther sprintet allen davon

Siegerhengstfohlen Luther v. Lindor - Achat. Foto: Margot Schöning

Siegerstutfohlen Landnelke v. Louis - Nerlinger. Foto: Margot Schöning

Reservesieger Hengstfohlen v. Erdmann - Bertram I. Foto: Margot Schöning

Beim top organisierten 13.Offenen internationalen Brücker Kaltblutfohlen-Championat habe Christian Platzeck mit seinem Sieger Hengstfohlen Luther gewissermaßen seinen Beitrag zum Lutherjahr geleistet, kommentierte eloquent Brandenburgs und Sachsen-Anhalts Zuchtleiter Ingo Nörenberg den Supererfolg des Alt-Schweriners. 36,5 Punkte, darunter 9,5 für den Typ, vergaben am 23.Juni in der Titanen Arena die Preisrichter Dieter Quaas, Vizepräsident des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommerns, und Erdmann Schulz, Rassevertreter Kaltblut im Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt, für den am 27.April geborenen Lindor-Louis Sohn. Sie  würdigten damit den mutigen Schritt des renommierten Kaltblutzüchters und Titanen-Freaks Platzeck, den jungen, erst vierjährigen Lindor zum Beschäler von Hanka II (Achat) gewählt und mit  einer Super-Stutenfamilie angepaart zu haben. Christian Platzeck hatte  bei Günter Lüdders den Körsieger von Wickrath und nunmehr Warendorfer Landbeschäler ausgebildet. Nun werde gespannt der zweite Jahrgang erwartet, unterstrich Nörenberg. Ein Blick ins Pedigree des Siegerhengstes  wie auch der  anderen Endringfohlen bestätigte, dass stets die hoch prämierten Erfolgstuten auch die Sieger und Platzierten unter den 33 gut herausgebrachten Rheinisch-Deutsches Kaltblutfohlen stellten. Die zum Auftakt der größten Kaltblutshow Europas mit angetretenen 16 Stutfräulein und 17 Hengstlein boten erneut die größte Fohlenschau dieser Rasse.  Das Niveau des Vorjahres wurde nicht ganz erreicht. Hinzu kam mit Maximus (Markstein) ein Schwarzwälder Youngster von Heiko Schroth aus dem Sachsen-Anhaltinischen Belgern. Das sogenannte Wälderpferd, das inzwischen in der Publikumsgunst die Haflinger verdrängte,  begeisterte die Juroren. Sie vergaben 31 Punkte und sprachen von einem Endring- und Prämienfohlen. Den begehrten Endring mit  12 Rheinisch-Deutschen Kaltblüter dominierten Mecklenburg und Brandenburg. Die Nordlichter waren  mit zehn Fohlen angereist. Bei den Stuten war Starzüchter Günther Lüdders aus Malchow, der bereits mehrfach Siegerfohlen in Brück stellte, gleich zweimal erfolgreich mit der bewährter Anpaarung des preisgekrönten Louis, einem feinen, leistungsstarken Altmärker Kaltblutlord mit edlem Charakter und herausragenden Grundgangarten. Mit 34 Punkten rangierte Landnelke I (Louis- Nerlinger) an der Spitze. Gleich dahinter platzierte sich mit  32,5 Punkten Landlady III  (Louis – Norfolk).  Der Braunschimmel Louis und Krumker Körungssieger 2009  gehört nach wie vor Lüdders und deckt im Landgestüt Redefin. Auch Manfred Scheel aus Spoldershagen bot Spitze. Bei den Hengsten belegte er mit 31,5 Punkten für einen Heidjer II (Verdun) Sohn einen vierten Platz und brachte  somit niederländisches Blut und starke Springvererbung auf den Ring.  Zehn Rheinisch-Deutsche schickten die vielfach für die Organisation gelobten Haseloffs  als Eventveranstalter in den Wettbewerb. Somit stellten die Brücker das stärkste Lot eines Ausstellers. Sie belegten mit 32,5 Punkten für  den Erdmann-Sohn (Bertram) und 32 Punkten für den Orkan (Adrian) Nachkommen  Platz zwei und drei bei den Hengsten. Allerdings fiel den Brückern der zweite Rang in den Schoß. Sie hatten vier Stuten, darunter die braune Altmärkerin Bluna LP, von der Sachsen-Anhaltinischen Agrargesellschaft Kläden übernommen, die wegen schwieriger Betriebsverhältnisse die Kaltblutzucht einstellte. Das  nahm Ingo Nörenberg zum Anlass, an das zahlreichliche Publikum zu appellieren, sich als Privatzüchter noch mehr für die liebenswerten, leistungsstarken und dem Menschen sehr zugewandten Rheinisch-Deutschen Schwergewichte zu engagieren. In Zeiten, in denen Betriebe sich aus wirtschaftlichen Gründen von der Kaltblutzucht trennen, seien besonders private Liebhaber gefragt, damit auch der Zuchtstuten Bestand von 200 Dickmadams in Brandenburg-Anhalt konstant bleibt. Die besten, rein in Brandenburg gezogenen, sehr typvollen Fohlen stellte die Zuchtgemeinschaft Löwenberger Land vor. Ein dritter und vierter Platz bei den Stuten ging mit 31,5 Punkten an Frieda von Grüneberg (Andreas Schmidt) und mit 31 Punkten an Hermine von Teschendorf (Michael und Roland Grüber). Mit einem fünften Rang für Enno bei den Hengsten (31 Punkte) einem sechsten Rang für Elsa (30 Punkten) gehörte auch Tino Baatz zum erfolgreichen Endring. Der Planebrucher hatte wieder den hoch interessanten Effekt von Dönitz als Vatertier gewählt und sich eine bessere Platzierung erhofft.  Auch Günther Lüdders hat inzwischen mit Bauchgefühl entschieden, wie er sagt, und den 17 Jahre alten Elan von Dönitz, einen Hengst dieser interessanten schwergewichtigen Linie, auf seinen Hof geholt. Prussendorf war nicht weiter an dem großrahmigen Altmärker interessiert.

Margot Schöning